Berkeley


Wieviel muss an einem Auto dran sein, damit es einen Haufen Spaß macht? Nicht sehr viel. 270 Kilo, 322 Kubik, 15 PS, und man kann es fliegen lassen. Man braucht nicht einmal vier Räder dazu. Trotzdem sind Autos von Berkeley keine Sparmobile – der konstruktive Aufwand ist recht beachtlich (jedenfalls dort, wo etwas konstruiert wurde – das Auto braucht vieles nicht, was für alltägliches Verständnis unverzichtbar erscheint).

Die Basis ist denkbar einfach: ein kleiner Zwei – oder Dreizylinder in der Nase, Primärkette zur Kupplung, ein Motorradgetriebe, ein selbsttragendes Chassis aus GFK und Alu. Die Details sind bestechend, so machte Berkeley sich etwa die Mühe, das Differential für den Frontantrieb selbst zu bauen. Die Räder sind stets einzeln aufgehängt.

Erfahrung mit brandneuen Werkstoffen



Berkeley fing nach dem Krieg an mit dem Bau von GFK-Wohnwagen, zählte also 1955 zu den wenigen Firmen, die bereits Erfahrungen mit dem brandneuen Werkstoff hatten. In der Zeit gab es ein Nachfrageloch bei Wohnwagen und die Firmenleitung suchte nach Alternativen. Diese fand man in dem Entwurf des Konstrukteurs Laurie Bond für einen kleinen Sportwagen. 1956 stand der Entwurf als Berkeley Sports auf der Londoner Motor Show, die Serienfertigung begann.

Im Verlauf der Jahre entwickelte sich der Sports bis zum B95 mit einem 800er Viertakter und 50 PS – bei nicht wesentlich höherem Gewicht. Finanziell konnte Berkeley jedoch nie stabile Fundamente bilden, weshalb die Firma im Februar 1961 Konkurs anmeldete. Ihre Kampfzwerge erfreuen aber bis heute ihre Fangemeinde mit minimaler, aber sehr lebhafter Fortbewegung.

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