Jacky Ickx: Repräsentant auf der IAA und Filmpremiere im Schloss Bensberg
Im Schalensitz Nr. 80
Auf der IAA standen, nicht nur bei Audi, alternative Antriebe und die Elektromobilität im Vordergrund. Die Hersteller präsentieren Lösungen und Konzepte in den unterschiedlichsten Stadien. Der Sportwagenhersteller Artega, für den die Solitude GmbH bereits im zweiten Jahr die Pressearbeit verantwortet, überraschte die Medien und die Öffentlichkeit mit einer fahrbereiten Version des Mittelmotor-Sportwagens mit Elektroantrieb. Das Artega-Team hat die Studie, die vor fünf Monaten in Genf gezeigt wurde, zu einem fahrbereiten und erprobten Prototypen weiterentwickelt, dem Anspruch des Unternehmens verbunden, Verantwortung für die Umwelt mit automobiler Faszination in Einklang zu bringen. Während sich kleinere Hersteller wie Artega ganz auf die Automobil-Leitmesse konzentrierten, können Konzerne ihre Kapazitäten splitten.
Das jährliche Oldtimertreffen in Bensberg (16. bis 18. September 2011) ist in seiner Form einzigartig. Volkswagen Classic verknüpfte auch in diesem Jahr eine sportliche Rallye mit einer klassischen Concours d´Elegance-Veranstaltung. Dabei glänzen manche Fahrzeuge sowohl im Renneinsatz am Sonnabend, als auch beim Schönheitswettbewerb am Sonntag. Flankiert wird das noble Oldtimer-Fest von vielen Prominenten: Günther Netzer, Erol Sander, Herbert Knaup – sie alle sind fasziniert vom „Alten Eisen“ und freuen sich, bei der Gleichmäßigkeits-Rallye gegen Rennveteranen wie Hans-Joachim Stuck oder Rennfahrer wie Jacky Ickx anzutreten.
Das Gelächter am Sonnabendabend war groß: „Du warst einer der größten Konkurrenten meines Vaters. Darum konnte ich dich als kleines Mädchen nicht leiden“, gestand Rennfahrerin Vanina Ickx auf der Bühne Hans-Joachim Stuck, anlässlich der Premiere des Dokumentarfilm über das Leben ihres Vaters Jacky Ickx. Weggefährten wie Stuck, Journalisten und Persönlichkeiten aus dem VW-Konzern erinnerten in bewegenden Worten an das ereignisreiche Leben des wohl besten Allround-Rennfahrers aller Zeiten. Sichtlich ergriffen dankte der „Gentleman-Driver“ wie Ickx genannt wird, den Laudatoren.
Jacky Ickx (geboren am 1. Januar 1945 in Brüssel) ist der Sohn des belgischen Motorjournalisten Jacques Ickx. Seinen Einstieg in den Motorsport machte Ickx bei Motorradrennen, worauf er 1963 mit einer Zündapp belgischer Trial-Meister wurde.
1966 stieg er vom Motorrad auf Rennwagen um und konnte sofort einige Siege bei Langstreckenrennen erzielen. 1967 wurde er auf einem Matra MS7-Cosworth erster Europameister der Formel 2, der späteren Formel-3000- und heutigen GP2-Meisterschaft. Seinen ersten Einsatz in einem Formel-1-Grand-Prix hatte er 1966 im Ken Tyrrell-Team mit einem Formel-2-Matra MS6-Cosworth beim Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring. 1967 fuhr er für Ken Tyrrell mit einem 1,6 Liter Matra MS7-Cosworth Formel 2 ebenfalls beim Grand Prix von Deutschland auf dem Nürburgring, bevor er mit einem Cooper-Maserati die Grand Prix von Italien und der USA fuhr. In Monza erreichte Ickx mit dem sechsten Platz seinen ersten WM-Punkt.
1968 wechselte Ickx zu Ferrari und feierte am 7. Juli 1968 beim Grand Prix von Frankreich im verregneten Rouen seinen ersten Grand-Prix-Sieg. Zwischen 1968 und 1979 errang Ickx bei 114 Formel-1-Rennen acht Grand-Prix-Siege und wurde zweimal Vizeweltmeister (1969 und 1970).
Legendär sind seine Erfolge bei den 24 Stunden von Le Mans, wo er 1969 auf Ford GT 40 gewann und bis 1982 noch weitere fünf Siege erringen konnte und dadurch den Beinamen „Monsieur Mans“ erhielt. Dieser Rekord wurde erst 2005 von Tom Kristensen überboten. Hinzu kommen zahlreiche Siege bei Tourenwagenrennen, Bergrennen und Rallyes, darunter der Sieg der Rallye Paris-Dakar 1983 mit dem Schauspieler Claude Brasseur als Beifahrer auf einem Mercedes-Benz G-Modell. Darüber hinaus gewann Ickx die Langstreckenweltmeisterschaft in den Jahren 1982 und 1983. Jacky Ickx ist damit der erfolgreichste Sportwagenrennfahrer überhaupt.
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