Dietrich Mateschitz: Die gelungene Eröffnung des Red-Bull Rings in Spielberg
Im Schalensitz Nr. 64
Der 1944 in der Steiermark geborene Unternehmer mit kroatischer Abstammung führt weiter aus: "Der Red-Bull-Ring ist baulich nicht für Zuschauermassen und nicht für Großveranstaltungen wie die Formel 1 ausgelegt."
Dennoch verfügt der Red-Bull-Ring über die notwendige FIA-Lizenz, die für die Austragung eines Grand Prix notwendig wäre. Doch die DTM wird vorerst die Speerspitze des Eventkalenders in Spielberg bleiben“, gibt Mateschitz zu Protokoll.
Die über 100 Millionen Euro teure Finanzierung stammt übrigens zu 100 Prozent aus der Privattasche des Red-Bull-Chefs. Deshalb hat das ganze Projekt keinen betriebswirtschaftlichen Hintergrund und eher keine Chance auf einen Return of Investment. Diese großzügigen Vorgaben sind in jedem Detail der überarbeiteten Rennstrecke zu merken. Im schalensitz-Herausgeber Tobias Aichele war als Journalist und Fahrer als Gast zur Eröffnung eingeladen – und hat sich bei den Stars umgehört:
Formel 1-Weltmeister Sebastian Vettel (im schalensitz Nummer 47):
„Ich war mit 14 Jahren zum ersten Mal in Spielberg und zwar im Rahmen eines Formel König Rennens. Ich habe mit viel Begeisterung den Rennfahrern zugesehen, unter anderem auch dem Österreicher Bernhard Auinger. Damals war ich ganz neu in der Red Bull Familie. In der Zwischenzeit ist etwas Zeit vergangen und es hat sich viel getan. Die Strecke gefällt mir sehr gut, der Kern ist der gleiche geblieben. Die Bergab-Passagen mit den Kurven, die noch dazu nach außen hängen, sind sehr knifflig, besonders, weil heute die Strecke nass war. Es wäre sehr schön, hier ein Rennen zu fahren. Ich würde mich sehr freuen, wenn die Formel 1 auf den Red Bull Ring zurückkehren sollte – am besten noch während meiner aktiven Karriere!“
Formel 1-Legende Nicki Lauda:
„Ich habe 1971 in Spielberg mein Debüt gegeben und 1984 einen Heimsieg gefeiert. Heute bin ich zurückgekehrt und habe beim Legendenrennen wieder gewonnen, ganz knapp vor Dieter Quester. Es ist wirklich beeindruckend, was hier passiert ist. Ich bin sehr froh, dass Red Bull den Ring in Spielberg wieder belebt hat, ein riesen Gewinn für die Motorsportszene in Österreich. Die Grundstrecke ist die gleiche geblieben, aber der gesamte Kurs ist in einem technisch einwandfreien Zustand und steht modernen Anlagen wie in Bahrain um nichts nach.“
Red Bull-Motorsportchef Helmut Marko:
„Was hier neu aufgebaut wurde, ist wirklich einmalig. Nicht nur der Ring selbst, sondern das gesamte Projekt Spielberg. Das Areal wurde harmonisch in die Landschaft eingegliedert. Nicht nur Motorsport-Fans, sondern ganze Familien können hier ein ganzes Wochenende verbringen. Die Stimmung bei der umliegenden Bevölkerung ist sehr gut, jeder freut sich, dass die Region hier wieder belebt wird.“
Dietrich Mateschitz ist Absolvent der Hochschule für Welthandel in Wien. Danach war er unter anderem für Jacobs Kaffee und den Zahnpastahersteller Blendax im Marketing tätig. 1984 gründete er zusammen mit seinen thailändischen Partnern Chaleo und Chalerm Yoovidhya die Red Bull GmbH. Nach einer Abwandlung der Rezeptur des thailändischen Krating Daeng und der Entwicklung eines Marketingkonzepts wurde Red Bull 1987 im Markt eingeführt. In der Folgezeit wurde das Erfrischungsgetränk zum Weltmarktführer bei Energy-Drinks. Red Bull ist die bekannteste österreichische Weltmarke.
Mateschitz' Leidenschaft gehört den Flugzeugen, die er auch sammelt. Seine Flying Bulls setzt er auch als Werbeträger ein. Für seine Flugzeuge ließ er in seiner Wahlheimat Salzburg den architektonisch ungewöhnlichen Hangar-7 bauen, der sich zu einem modernen Wahrzeichen Salzburgs entwickelt. Der Hangar wird auch die „Hummel Salzburgs“ genannt.
Laut Forbes wird Mateschitz' Vermögen auf 3,7 Milliarden US-Dollar geschätzt, womit er auf Platz 151 (260 in 2008) in der Liste der reichsten Menschen der Welt liegt (Stand: 2009).
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Diskussionen
Wir haben schon viele F1 Rennen gesehen, meine Frau Peta und ich. Auch an verschiedenen Rennplätzen. Nirgends war es so schön wie in Knittelfeld (da steht die Rennstrecke, nicht in Spielberg) Aber so etwas urwüchsiges mag der Bernie ja nicht. Lieber Formel 1 in Krisengebieten und Diktatur regierten Ländern. Schade.