Im April 1971 startete Mercedes-Benz seine neue Komfort Sportwagenreihe mit der internen Bezeichnung R 107 für den SL Roadster und schickte dann im Februar des Olympia- Jahres 1972 den C 107, die Coupe Version SLC, ins Rennen.
Ganze 18 Jahre behauptete sich der SL - R 107 auf dem Markt, während es der SLC / C 107 lediglich auf eine Produktionszeit bis September 1981 schaffte - die beiden Modelle 380 SLC und 500 SLC waren die letzten verbleibenden Kandidaten in den Showrooms der Mercedes- Händler. Die beiden "Super Leicht"- Baureihen, die mit ihrem Leergewicht von mindestens rund 1,5 Tonnen nicht wirklich zu den Fliegengewichten zählten und deshalb gerne als "schwer und luftig" betitelt wurden, lösten den sanft gestylten W 113 ab, der als SL "Pagode" bekannt ist, sich noch in der alten Nomenklatur mit W statt R schrieb, in den Motorisierungen 230, 250 und 280 angeboten wurde und von 1963 bis 1971 vom Band lief.
Über die Produktionszeit von 1971 bis 1981 hinweg trieben den SLC C107 fünf Aggregate an, die über die Jahre in der Leistung modifiziert wurden. Der kleinste Motor war der Sechszylinder, der im 280 SLC arbeitete, als größter beschleunigte der ab Mai 1978 angebotene Achtzylinder den 450 SLC 5.0, beziehungsweise 500 SLC, mit seinen 240 PS.
Dazwischen bereicherten der 350 SLC, sein Nachfolger 380 SLC, sowie der 450 SLC die Modellpalette.
Der 280er, den es wie den 350er serienmäßig mit Viergang- Schaltung gab, kam auf fast die gleichen Fahrleistungen wie der Achtzylinder und verbrauchte weniger Sprit.
Klassiker Freund Axel L. nennt für seinen 280er eine Spritverbrauch von rund 11 Litern. Obwohl das Ende der 60er Jahre entwickelte V- Achtzylinder Triebwerk mit 3,5 Litern Hubraum prächtig mit dem neuen Sportwagen harmonisierte und dessen komfortablen Charakter unterstrich, zieht SLC Besitzer L. aus NRW den Sechszylindermotor seines silbermetallic farbenen Klassikers vor, denn die Achtzylinder- Motoren wären seiner Meinung nach nicht ganz so haltbar.
Der 49- Jährige findet die Roadster-Version nicht ganz so souverän im Fahrkomfort:
Der SLC hat schließlich mit 2815 Milimetern einen um 355 Milimeter längeren Radstand als der SL und offeriert so eine etwas ruhigere Fahrkultur. Im Vergleich zum Pagoden- SL sorgt ohnehin eine akuratere Radführung und eher komfortabel agierende Stoßdämpfer für mehr Federungskomfort.
Axel L. liebt seinen SLC regelrecht: " Die Aura, die endlos Haube, die man vor sich hat, das satte "Plopp" beim Türenschließen, die tiefen Sitze, da fühlt man sich geborgen wie in Mutters Schoß", schwärmt er. Der SLC ist bei Axel L. in bester Gesellschaft. Insgesamt 20 Klassiker reihen sich unter seinem Dach, darunter ein Volvo 66 Combi Variomatic, ein Mercedes 280 S der Baureihe W 108 (Bauzeit 1965 bis 72) und sogar ein Trabant.
Der 107er revolutionierte das gängige Mercedes- Outfit:
Waren bis dahin hochformatige Scheinwerfer Standard, brachen die neuen SL und SLC diese Tradition mit ihren Breitbandscheinwerfen. Zum Start der Baureihe SLC rümpften nicht wenige die Nase über diese leicht gestreckte Lang- Version, die nicht wie vorher bei Mercedes-Benz üblich auf Basis der Limousinen, sondern auf Roadster- Basis gebaut wurden. Mit dem Stahldach galt sie bei den Kritikern teilweise als familienbetont, ja unsportlich. Die Fenster polarisierten. Dennoch fanden sich über die Jahre knapp 63.000 Käufer, darunter Prominente. So soll Udo Jürgens einen SLC gefahren haben, will Auto- Mann Axel L. wissen.
ZUM VERGLEICH:
Vom Roadster- Brudermodell rollten rund 188.000 Exemplare von den Bändern. Von Axel L`s 280 SLC, von denen 10.666 Coupe`s gebaut wurden, fuhren im Jahr 2001 noch 2.095 Exemplare auf deutschen Straßen. Wie viele SL und SLC von den insgesamt 17.000 US- Exporten noch auf dortigen Highways cruisen, ist unklar.
Über die Jahre hinweg gab es immer wieder kleine Verbesserungen und Veränderungen. So wurde Ende 1974 der Metall- MercedesStern durch ein Exemplar aus verchromtem Kunststoff ersetzt. Ab September 1977 zierten nach unten gebogene Auspuffrohre das Heck, Ende des gleichen Jahres wurden die Lenkräder mit denen der jungen Mittelklasse-Serie W123 vereinheitlicht.
Regelmäßiger Oelwechsel und Wartung, auch wenn er längere Zeit steht, müsse sein, meint L.
Ansonsten ist der SLC ein anspruchsloser automobiler Partner. "Rost ist meist kein Thema", meint er. Doch das hängt natürlich in erster Linie vom Werdegang des einzelnen Wagens ab. Wer sich einen SLC zulegen möchte, sollte auf alle Fälle einen kompetenten Profi zum Kauf mitnehmen, der mit sicherem Blick den wahren Zustand des Wagens beurteilen kann. "Sonst ist Chaos vorprogrammiert", meint L.
Seiner Meinung nach sollte man auf die Gummiabnutzung achten, auch den Zustand der Sitze kritisch checken - und die Echtheit des Tachostand`s. Hier sei eine lückenlose Chronologie unabdingbar. Denn viele SLC- Zweitbesitzer waren häufig Leute aus der "Szene", so L.
Die Drittbesitzer legten die SLC schon mal gerne tiefer und breiter - mit möglichen Folgen.
Knapp über 40.000,-- Mark Grundpreis kostete ein SLC zum Modellstart 1974, heute muss man für einen gut erhaltenen Wagen etwa 18.000,-- Euro berappen - womit sich der Preis fast schon wieder an den ursprünglichen Wert annähert. Was angesichts des dünngesäten Fahrzeugbestandes durchaus ein faires Angebot ist.
Text: Oliver L. (Foto: Oldifreund)

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Diskussionen
Hallo Oldifreund, nur 17 000 SL und SLC sind nach USA gegangen? Halte ich für zu wenig, denn die Wagen sind hier (bin gerade in Los Angeles) sehr gegenwärtig. Es dauert normalerweise keine 5 Min, bis einer vorbeikommt oder irgendwo einer steht. Wer einen braucht, kann sich bei mir melden. So in 1/2 Jahr bin ich (mal wieder) hier; wer die Kohle vorher mit gibt + kleine Provision dazu, dem suche ich hier einen. Erst letzte Woche habe ich aus einem '77 450SLC auf dem Schrottplatz eine Benzinpumpe+Halter+Druckhalter ausgebaut (wird leider nicht mehr benötigt).
Ich möchte fast wetten, dass bestimmt die Hälfte der Produktion hier gelandet ist. Er wird auch der einzige sein, der hier überlebt. Die 116er sind fast weg (gibt noch ein paar gute), der 126 folgt in großen Schritten. Mein Stammschrottplatz hier hatte 45 Benz auf einmal. Selbst zu den großen Audi-Verschrottungszeiten waren es so ca 10 bis vielleicht 15 Audis auf einmal.
Wer noch einen US-Benz sucht, z.B. 123 turbodiesel, muss jetzt suchen, sonst sind sie schnell weg.
Gruss aus Cal Alex